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Die Boim-Kapelle

    Adresse:Katedralnaplatz
  • ein prächtiges Baudenkmal aus der späten Renaissance, die nicht nur in der Ukraine, sondern auch in der europäischen Architektur, nicht ihresgleichen findet.

    Diese einzigartige Sehenswürdigkeit ist das Schmuckstück des Katedralnaplatzes, aus dieser Gasse eröffnet sich eine der schönsten Aussichten Lvivs auf den Rynok-Platz und das städtische Rathaus. Der ungarisch-stämmige Lviver Kaufmann Georg Boim erwarb mit Weinhandel Reichtum und nachdem er zum Lviver Bürger geworden und zum Bürgermeister ernannt worden war, beschloss er, eine Familienkapelle von nie dagewesener Schönheit zu errichten. Der Bau fand nach dem Entwurf des Baumeisters Andrij Bemer aus dem polnischen Breslau (heute: Wroclaw) statt. Das Gebäude wurde 1615 eingeweiht.

    Die Fassadenwand der Kapelle ist mit einer eingebauten Steinschnitzerei zur Passion und mit Figuren des Heiligen Peters und Pauls bedeckt. Der Innenraum des Gebäudes ist nicht weniger prunkvoll verziert. Bei der Herstellung der aus vielen Figuren bestehenden Komposition wurden wie damals üblich gewöhnliche Menschen als Vorbild genommen. Daher haben wir hier die Gelegenheit, die Gesichter echter Menschen einer vergangenen Epoche zu sehen. 

    An einer anderen Fassade von der Seite der Halytska-Straße befinden sich hinter Glas die alten Originalporträts von Boim und seiner Frau. Die dritte Fassade verfügt über ein herrliches Relief, das Georg den Schlangentöter darstellt.

    Die Kuppel der Kapelle schließt mit einer Statue des dem Tode geweihten Christus im Garten Gethsemane ab, wo er zum Vater betet, das Leiden am Kreuz möge an ihm vorüberziehen. Das Sujet, das in der Malerei recht oft dargestellt wurde, ist in der Bildhauerei wirklich einzigartig. 

    Die Boim-Kapelle ist für ihre besondere Atmosphäre bekannt: Eine Museumsmitarbeiterin erzählte, sie habe einst in einem Winkel der Kapelle einen Korb mit Äpfeln vergessen; nach mehr als eineinhalb Jahren sei sie wieder darauf gestoßen und habe festgestellt, dass die Äpfel nach dieser langen Zeit immer noch genauso saftig und aromatisch gewesen seien.

    Die Boim-Kapelle ist nur in den Sommermonaten für Besucher geöffnet.

    Die Boim-Kapelle ist eine ungewöhnliche Schöpfung und findet nicht nur in der Lviver, sondern auch in der europäischen Renaissance-Architektur nicht ihresgleichen. Die gesamte Fassade ist von oben bis unten mit eingebauten aus Stein geschnitzten Figuren verziert. Dort finden sich Statuen der Apostel Peter und Paul, Basreliefmedaillons mit Propheten, Hochreliefkompositionen zur Christuspassion, Säulen mit Verzierungen, Maskarone, doppelte Halbbogenfenster. Auch das Kapelleninnere ist wunderschön. Der Gründer der Kapelle, Georg Boim (ein Ungar) tauchte um das Jahr 1590 in Lviv auf. Nach einem Jahr heiratete er Katerina, die Tochter des reichen Kaufmanns Scholz. Sie verstarb früh und hinterließ einen Sohn Paul. Als Paul 20 Jahre alt war, heiratete sein Vater ein zweites Mal – Jadwiga, die Tochter des königlichen Sekretärs Antschewskyj. Jadwiga war 30 Jahre jünger als Boim und verliebte sich in ihren Stiefsohn. Boim wollte sie ins Kloster geben, aber er tat dies nicht, weil er dann auch Jadwigas Mitgift ans Kloster abgeben müsste. Als er spürte, dass sein Leben dem Ende zuging, entschloss sich Boim, eine Kapelle zu bauen. Er zeigte den Handwerkern eine Schatulle aus Malachit und trug ihnen auf, eben so eine Kapelle zu bauen (100mal so groß). Für die Untreue der Jadwiga wurde im Inneren der Kapelle ihre entblößte bildhauerische Darstellung umgesetzt. Diese quasi „Rache“ zeigte ihre Wirkung auf Jadwiga: sie wurde krank und starb nach kurzer Zeit. Ein Jahr später starb auch Paul. Sie sind eben dort begraben. Im Jahr 1618 starb Boim selbst. Vor dem Tod beichtete er, ein Pirat in Dunai gewesen zu sein und viele Raubüberfälle und verlorene Seelen auf dem Gewissen zu haben. An der Seitenwand befinden sich zwei Portraits Georg Boims und seiner ersten Frau Katerina. Aus Archiven ist bekannt, dass sich an der Seitenwand Portraits von Jadwiga und Paul befanden, unter denen stand „untreue Frau“ und „Sohn von ruhmreichem Charakter“. Anfang des 20. Jahrhunderts befahl der Erzbischof Twardowskyj, sie von der Fassade zu beseitigen. 

    Works every day, except Monday. Wednesday-Saturday from 11.00 to 18.00. Sunday, Tuesday: from 12.00 to 18.00.

    Ticket price: for children - 9 UAH (excursion cost - 15 UAH.), For adults - 30 UAH. (Excursion cost - 60 UAH), for students and students - 30 UAH (excursion cost - 30 UAH).

  • Einrichtung an der Stadtplan

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