Dinge zu tun

Der Kornjakt-Palast

    Adresse:Rynok-Platz Nr. 6
  • stellt ein außergewöhnlich wertvolles Renaissance-Baudenkmal von 1580 dar. Es war der Palast des reichsten Einwohners von Lviv in der ganzen Stadtgeschichte, des Kaufmanns Kostjantyn Kornjakt, und wurde später zum Königlichen Steinhaus – Eigentum und Residenz des polnischen Königs Jan III. Sobieski.

    Kostjantyn Kornjakt, der von der griechischen Insel Kreta stammte, zog im 16. Jahrhundert nach Lviv und kontrollierte den Weinhandel im gesamten Schwarzen Meer. Er war ein Mäzen, ein erfahrener und kluger Mann, beherrschte viele östliche Sprachen. Dank Kornjakt können wir uns jetzt an den wunderbaren architektonischen Renaissance-Sehenswürdigkeiten Lvivs erfreuen. Dieses Steinhaus errichtete 1580 der italienische Architekt Petro Barbon anstelle zweier ehemaliger Häuser für ihn. Gemäß der damaligen Gesetzgebung durften alle Steinhäuser, die am Rynok-Platz standen, nicht über mehr als drei Fenster je Fassade verfügen, das war die sogenannte Regel der gleichen Möglichkeiten, da jedes Fenster zur Einrichtung einer Werkstatt, eines Ladens oder einer Apotheke oder für Werbung verwendet werden konnte. Selbst der reichste Bürger Lvivs, Kostjantyn Kornjakt, der ein Kaufmann war, musste diese Regeln einhalten und erst später erhielt er aufgrund seiner Verdienste gegenüber den polnischen Königen einen Adelstitel und die Erlaubnis, sich einen Palast mit sechs Fenstern zu bauen.

    In der Mitte des 17. Jahrhunderts ging der Kornjakt-Palast in den Besitz der Familie des polnischen Königs Jan III. Sobieski über und ab diesem Zeitpunkt hieß er Königliches Steinhaus. 1908 kaufte die Stadt das Gebäude und seit fast hundert Jahren besteht dort das Historische Museum Lviv. 

    In dem Gebäude ist nach dem Umbau in der Renaissance ein Gotischer Saal erhalten geblieben – die einzige ukrainische Sehenswürdigkeit der weltlichen Gotik des 15. Jahrhunderts. Dort befindet sich ein Antiquariat. Die außergewöhnliche Attraktion des Kornjakt-Palastes stellt der Italienische Hof dar, der den typischen Höfen in Florenz und Rom zum Verwechseln ähnlich sieht. Hier, inmitten dieser europäischen Schönheit, kann man einfach nicht gleichgültig bleiben. In diesem Hof hat in der warmen Jahreszeit ein Café geöffnet, hier finden traditionelle Konzerte und Festivals für klassische Musik und Jazz statt, die einzigartige Akustik schafft einen unvergesslichen Eindruck. Im Hof kann man einen Pranger sehen – ein Spottpfahl, an dem im Mittelalter die Bestrafung von Missetätern stattfand.

    Kostjantyn Kornjakt konnte, obwohl er bereits ein polnischer Adeliger war, doch sein Lieblingsgewerbe, den Weinhandel, nicht aufgeben. Über dem Eingang zu seinem Haus hing ein Fichtenzweig – das Symbol, das dort Wein ausgeschenkt wurde, allerdings wurden nur Lviver Bürger mit dicken Portmonees in die Weinstube eingelassen. In geräumigen Weinkellern wurde der Wein aufbewahrt, der mit einem Lift nach oben gebracht wurde. Der Saal wurde von Öllampen erleuchtet und bis heute haben sich an der Decke die Ringe erhalten, an denen sie hingen. Heutzutage können alle, die möchten, die alte Weinstube in dem Kellerraum besichtigen, in der einem der Hauch vergangener Jahrhunderte entgegenweht.

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