Dinge zu tun

Der Bandinelli-Palast

    Adresse:Rynok-Platz Nr. 2
  • ist ein Baudenkmal aus der späten Renaissance (1593) mit steinernen Delfinen an der Fassade, die dem Eigentümer des Gebäudes Glück in Handelsangelegenheiten bringen und ihn vor Gefahren schützen sollten. Heute ist dort das Lviver historische Museum untergebracht.

    Anfang des 17. Jahrhunderts beschloss der italienische Kaufmann Roberto Bandinelli bei einem Besuch in unserer Stadt, sich in Lviv niederzulassen, erhielt die Lviver Stadtbürgerschaft, kaufte dieses Gebäude und begann ein für die Stadt neues und ungewöhnliches Gewerbe zu betreiben: Er richtete dort eine klassische Post nach europäischem Muster ein. Im Jahr 1629 erteilte der polnische König Sigmund, der Dritte, Bandinelli das Privilegium, die regelmäßige königliche Post zu empfangen, und verlieh ihm den Titel des königlichen Postmeisters. Die Einwohner Lvivs hatten die Möglichkeit, jeden Samstag Briefe nach ganz Europa zu verschicken und zu empfangen, aber diese Dienste waren unglaublich kostspielig. Das Verschicken von lediglich sechs Gramm Korrespondenz zum Beispiel nach Gdansk kostete so viel wie der Tageslohn eines ausgebildeten Handwerkers. Papier war zu der Zeit schwer und bald darauf lehnte der Lviver Stadtrat solch teure Dienstleistungen ab. Bandinelli hatte in dieses Geschäft nicht wenig Geld gesteckt und die Entscheidung des Stadtrats ließ ihn quasi pleitegehen.

    In den Jahren 1737-1739 wurde das Haus umgebaut, wobei zur Verstärkung Streben eingebaut wurden. Vom Umbau zeugt eine Inschrift auf der Fassade von der Seite der Stavropihiyska-Str. Im 19. Jahrhundert befand sich dort die Buchhandlung von Karl Wild, eine Art Klub der Lviver Intelligentia. In dem Gebäude hauste damals der bekannte polnische Dichter Kornel Ujejski.

    Der Bandinelli-Palast durchlebte in der Neuzeit eine dramatische Geschichte. Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Baufälligkeit des Gebäudes festgestellt. Eine unzulängliche Reparatur des Gebäudes mit sowjetischen Methoden richtete mehr Schaden als Nutzen an. Schließlich, als die Stadtgemeinde begann, entschlossen zu protestieren, wurde das Bauwerk an Restaurateure übergeben. Dann wurden endlich Nachforschungen angestellt und nach fast sechsundzwanzig Jahren Wartungs- und Renovierungszeit fand schließlich am 28. Dezember 2005 die feierliche Eröffnung des Bandinelli-Palastes statt. Anhand von Zeichnungen, die sich aus der Vergangenheit erhalten haben, wurde der Stil des Raumes und sogar das Design der Möbel nachempfunden. Jetzt finden dort verschiedenste Ausstellungen des Historischen Museums Lviv statt. 

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