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Die Wohnhäuser an der Virmenska-Str.

  • Die Wohnhäuser an der Virmenska-Str. (16.-19. Jahrhundert): Die Lviver Armenier bemühten sich viele Jahrhunderte lang, in der Fremde ein Stückchen ihrer Heimat in Vereinigung mit der europäischen Architekturtradition widerzuspiegeln. Vor langer Zeit errichteten dort Architekten interessante Beispiele der Renaissance, des Rokoko, des Empire und des Klassizismus.

    An der Virmenska-Straße zieht ein monumentales vierstöckiges Gebäude, das Haus Nr. 13, die Aufmerksamkeit an: die ehemalige österreichische Finanzstaatsanwaltschaft. Dieses Gebäude, in dessen Architektur man den Übergang vom klassischen prächtigen Barock zu einem zurückhaltenderen Klassizismus spürt, wurde 1788 vom französischen Architekten Pierre Denis Gibeau erbaut. Das Gebäude ist das schönste Beispiel für den Lviver Baustil dieser Zeit. Die geschnitzten Masken und Figuren an den Säulen des Balkons sind dem Schnitzer Matwij Polejowskyj zuzuschreiben – dem Meister seiner Zunft in der Lviver Barockkultur. In diesem Steinhaus wohnte der armenische erste Buchdrucker Owanes Karmatenanz.
    Virmenska-Str. Nr. 14: Ein Denkmal der Wohnarchitektur des 16./17. Jahrhunderts, die Anfang des 19. Jahrhunderts im Empire-Stil umgebaut wurde. Sie ist das Eigentum des Lviver Chronisten Denys Subryzkyj, des Autors der „Chroniken der Stadt Lviv“.

    Virmenska-Str. Nr. 19: Jetzt befindet sich dort das berühmteste Café der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts „Wirmenka“, das 1979 begründet wurde. Während der 80er Jahre war es das Zentrum des geistlichen Lebens der Lviver Neformellen – nonkonformistischer Vereinigungen verschiedenster Richtungen, insbesondere Hippies und Boheme. Der Innenraum des Cafés wurde im Stil der sowjetischen totalitären Zeiten erhalten.

    Außergewöhnlich wertvoll ist das Haus Nr. 20, das im 16. Jahrhundert vom Architekten Pietro di Lugano (Pietro dem Italiener) im Renaissance-Stil errichtet wurde. Besonders interessant ist das Portal des Gebäudes, das mit Säulen geschmückt ist. Der Gebäudeeingang selbst ist sehr tief und man hat das Gefühl, als müsse man sich sogar bücken, um ins Innere zu gelangen. Doch daran ist nichts Ungewöhnliches, denn unsere Vorfahren, die vor vierhundert Jahren lebten, wahren im Durchschnitt 20-25 Zentimeter kleiner als wir.
     
    Das Gebäude Nr. 21, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts umgebaut wurde, stellt eines der interessantesten Beispiele des Empire-Stil in Lviv dar. Das dekorative Fries und die allegorischen Hochreliefs in den Nischen des ersten Stocks wurden vom bekannten Meister des Lviver Bildhauerkunst Hartmann Witwer gestaltet.

    Die Fassade des Gebäudes in der Virmenska-Str. Nr. 23 verfügt über einen Skulpturenschmuck, aufgrund dessen es seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts als „Vier Jahreszeiten“- Haus bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um die Schöpfung des ukrainischen Bildhauers Hawryjil Krasuzkyj. Korinthische Säulen tragen das Fries, auf dem wir Reliefdarstellungen von Störchen, Masken der Winde der vier Richtungen, sowie Tierkreiszeichen finden. Die Reliefs stellen allegorisch die vier Jahreszeiten und den römischen Gott Saturn dar, mit dem Vorstellungen von einem „goldenen Zeitalter“ verbunden sind. Die Allegorien von Frühling, Sommer, Herbst und Winter spiegeln die Tätigkeit der Bauern über das Jahr wider. Jede Jahreszeit ist mit einer lateinischen Inschrift kommentiert, die vom alten römischen Dichter Vergil stammt. Dies ist die einzige architektonische Sehenswürdigkeit in Lviv, in der das Thema des Lebens und Alltags der Dorfbewohner dargestellt ist.
     
    Virmenska-Str. Nr. 25: Eines der ältesten Wohnhäuser, das an der Straße gebaut wurde. Es gehörte dem armenischen Künstler Chrystophor Sachnowytsch und wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts umgebaut. An seiner Fassade kann man schöne Fensterrahmen aus Stein mit geschnitzten Pflanzenornamenten entdecken. Auf dem geheimnisvollen mittelalterlichen Hof dieses Hauses kann man unter den kreuzförmigen Gewölben mit steinernen Lilien spazieren gehen, die sich aus alten Zeiten in ihrer ursprünglichen Form erhalten haben.
     
    Auf das Haus Nr. 30 macht einen ein halbzugemauertes Portal aufmerksam, über dem gut sichtbar ein geschnitztes armenisches Wappen prangt.

    Ein recht eigenes architektonisches Gesicht hat das Haus Nr. 31, das im für Lviv ungewöhnlichen Stil des französischen Klassizismus von Ende des 18. Jahrhunderts gebaut wurde. Die Fenster des ersten Stocks sind von außen mit Originalminiaturbalkons mit charakteristischer Kästchenzeichnung umrahmt.
     
    Das Gebäude in der Virmenska-Str. Nr. 35 wurde im 17. Jahrhundert errichtet und im 18. umgebaut. Von der ursprünglichen Konstruktion sind die Fensterrahmen erhalten geblieben. Über dem Eingang befindet sich eine Tafel mit einem geschnitzten Wappen und dem Datum 1741. Im Foyer sind Gewölben erhalten. In diesem Gebäude befindet sich das Zentrum für Kultur und Kunst „Dsyga“ – das Zentrum des kulturellen Lebens der Jugend zu Zeiten der ukrainischen Unabhängigkeit. Dort finden Kunstausstellungen und Undergroundperformances statt. An den Tischen des Cafés sieht man oft bedeutende ukrainische Künstler und Politiker sitzen. Dort wird ein Antiquariat betrieben. Neben dem Gebäude befindet sich eine Kunstgalerie.

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